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Aus der Gartenküche – Puffer aus selbst geernteten Kartoffeln, Zucchini und Hasenfutter

Die Oma vom Chefkoch

Kartoffelpuffer aus der Gartenkueche - SattNachdem wir die ersten Kartoffeln aus dem eigenen Garten zu Pommes hingerichtet hatten, kam das Gespräch auf Christians Oma aus Neustrelitz. Dort gab es nämlich immer Kartoffelpuffer. So sieht zumindest Christians Kindheitserinnerung aus. Die Verabredung war schnell gemacht:

Wir treffen uns zu selbst gemachten Puffern mit Gemüse aus dem eigenen Anbau.

Als Hintergrundinformation: Christian ist unser privater Chefkoch. Also Obacht – Seinen Ansprüchen muss man erst einmal genügen. Er ist schließlich selbst Dienstleister.

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Für unsere Puffer haben wir benutzt

1 kg Kartoffeln,
700 g Zucchini,
1 kleine Zwiebel,
200 g Mehl,
1 Ei,
30 g Salz,
3 g Pfeffer,
50 ml Rapsöl,
Wasser

Handschuhe, kleine Schaufel, Eimer, Bürste, Brettchen, Messer, Schüsseln, Reibe, Herd, Pfanne, Schaumkelle (in ihrer Paraderolle als Pfannenwender), Topf, Dünsteinsatz, Kochlöffel, 4 Flaschen Astra, Schöpfkelle, Teller, Besteck und noch bestimmt irgendetwas, was ich gerade vergessen habe: Kompost für den Verschnitt, Gießkanne beim Gemüseanbau, Fahrrad beim Kauf der Pflanzkartoffeln.

Wo sollen wir anfangen? Im Jahres des Herrn 2016 waren wir blutige, lernwillige Anfänger im Gemüseanbau. Gelernt haben wir zum Beispiel: Kartoffelanbau ist für den Anfang geeignet. Sicher geht da mehr, aber das Glücksgefühl im Umgang mit den ersten eigenen Kartoffeln empfehlen wir auszuleben.

Kartoffelpuffer aus der Gartenkueche - Sieglinde in Reih und GliedIn unserem Hochbeet haben wir die relativ frühe Sorte Sieglinde Mitte April gepflanzt. Die machte dort ihr Ding und brauchte kaum Pflege. Rund um die Triebe haben wir ein paar Mal mit etwas Erde aufgefüllt. Das war’s eigentlich.

Mit der Ernte haben wir im Juli begonnen, als das oberirdische Kraut anfing, gelb zu werden, um im heißen Sommer vollends zu vertrocknen.

Wir haben alle Sieglinden direkt aus dem Beet weg verarbeitet und gefuttert. Die Ernte im trockenen Hochbeet war sehr bequem und einfach.

Kartoffelpuffer aus der Gartenkueche - gruendlich waschenUnsere eigenen Kartoffeln sind derart bio und regional und fair trade, dass wir sie natürlich samt Schale verspeist haben. Das bedeutet andererseits: Sehr gründlich waschen. Die wenigen schadhaften Stellen haben wir einfach herausgeschnitten oder ignoriert. Nach unserem Kenntnisstand haben alle Mitessenden überlebt.

Kartoffelpuffer aus der Gartenkueche – Zucchini erntenNach dem Waschen der Kartoffeln lächelte eine Zucchini derart lecker, dass sie prompt ihr Leben lassen musste. In Unkenntnis des geheimen Neustrelitzer Oma-Puffer-Rezepts wanderte die Hälfte der Zucchini mit in die Pufferpampe. Ehrlicherweise machen wir Kartoffelpuffer eh lieber bunter.

Es bietet sich aber auch an, die Geschmacksknospen mit Kohlrabi, Fenchel oder Rettich zu reizen und Vielfalt zu erleben. Zumal in Sachsen – dem Land der tollen Knolle – da dürfte es gern etwas bunter zugehen.

Kartoffelpuffer aus der Gartenkueche – Giersch erntenAlsdann führte der Weg intuitiv in die Schmuddelecke des Gartens. Dort wächst der Giersch. Jenes Kraut, das bei ordentlichen Kleingärtnern wirkt wie Knoblauch bei Vampiren. Wir ersparen uns jetzt eine ellenlange Abhandlung über das krasse Spannungsverhältnis vom oberfiesen Unkraut bis zum supergesunden Wildgemüse.

Für Salat- und Spinatesser ist Giersch jedenfalls eine Alternative. Wir ernten vorzugsweise die hellgrünen Blätter. Je frischer, desto Giersch. Wässern mildert den bitteren Beigeschmack.

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Kartoffelpuffer aus der Gartenkueche – Reibe im EinsatzWaschen, waschen, waschen. Schneiden, schneiden, schneiden. Kartoffeln, Zucchini und Zwiebel nicht so fein. Denn die versenken wir eh gleich in der Moulinette. Die stand relativ weit hinten im Regal und ist als Reibe sehr gut zum Reiben geeignet.

Das klingt banal? Als wissensdurstige und autonome Lerner haben wir auch schon mit einer ungeeigneten Reibe Kartoffeln und anderes Gemüse für Puffer gerieben.

Kartoffelpuffer aus der Gartenkueche - ReibescheibeDas hat dann überhaupt keinen Spaß gemacht, dauerte ewig und die Flossen taten hinterher weh. Da hätten wir uns eine Reibe zum Reiben gewünscht. Und diese Wundermaschine europäischer Ingenieurskunst ist für Freunde des Pufferns wie gemacht.

Das geriebene Zeug kommt in eine große Schüssel. Darin würzen wir mit Salz, Pfeffer und Öl, etwas Mehl dazu und ein Ei. Letzteres ist natürlich verzichtbar oder durch Johannisbrotkernmehl oder gewässerte Leinsamen ersetzbar.

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Die oben vorgeschlagene Dosierung ist nur scheinbar genau. Die Wahrheit ist: Wir würzen frei Schnauze. Vom Kosten der rohen Kartoffeln und des rohen Eis möchten wir abraten. Notfalls kommen Gewürze mit auf den Tisch. Notwendig war das bei diesen Puffern nach Ansicht des Chefkochs nicht.

Die Mischung der Pufferpampe haben wir zu einem haptischen Erlebnis gemacht und mit den Händen gemischt und geknetet. Das kann man schon mal machen und befördert die unmittelbare Nähe und Bindung zum Lebensmittel. Mit einem Rührgerät samt Knethaken geht es auch. Der gewünschte Aggregratzustand der Pufferpampe ist: Matsch. Das wird kein bindend-bündiger Teig.

Kartoffelpuffer aus der Gartenkueche - BrutzelnDann geht’s an den Herd. In einer Pfanne erhitzen wir Rapsöl, das zum Braten geeignet ist. Wenn es blubbert, füllen wir etwa Handteller große Häufchen hinein. Nicht erschrecken, wenn die Pampe hierbei etwas auseinanderfällt. In der Hitze bindet sie gleich ab, dann halten die einzelnen Puffer zusammen und du kannst sie ein paar Male wenden, bis sie knusprig und bilderbuchmäßig goldbraun sind.

Die Temperaturen müssen nicht sehr hoch sein. Statt Briketts herzustellen, empfehlen wir, lieber mit Liebe, Zeit und Geduld zu braten. Mit dem Chefkoch haben wir einfach am Herd angefangen, Bier zu trinken. In größeren Runden beordert ihr einfach das geduldigste und asozialste Gruppenmitglied an den Herd zum Braten.

Kartoffelpuffer aus der Gartenkueche – Gemuese duenstenDie Zucchini und den Giersch haben wir zusammen mit etwas Grünkohl, Sellerie und Porree über kochendem Wasser gedünstet, damit der Geschmack der einzelnen Zutaten möglichst erhalten bleibt, statt das Gemüse totzukochen. Das Abwasser haben wir mittels einer einfachen Mehlschwitze zu dieser appetitlich hellbraun schimmernden Soße downgecycelt.

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Kartoffelpuffer aus der Gartenkueche – Fertiger PufferDann wünschen wir dir gutes Gelingen und guten Appetit. Wir hatten schon, danke.

Über deine Korrekturen, Anregungen und besseren Ideen zur Pufferung würden wir uns natürlich freuen.

Übrigens haben wir den ganzen fetten Berg Puffer in Gedenken an Christians Oma weggefuttert.



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