Werbung

Bauanleitung für Windlichter

Ein einfaches Windlicht zu bauen, ist keine Zauberei. Iss Konfitüre, wasche hinterher das Glas und stell ein Teelicht hinein.

Windlichter im DienstEine besonders schöne Erinnerung ist das traditionelle Lichterfest im Waldkindergarten im November. Die Verantwortlichen für Ästhetik hatten viele, viele Gläser gesammelt, teilweise bunt beklebt, mit schattenwerfenden Figürchen und reflektierenden Spiegelchen im Wald aufgestellt. Das war wirklich schön. Offenkundig hatten die ihre Seele an Petrus verkauft, so dass es zum Lichterfest nie regnete.

Wir verwenden unsere Windlichter in erster Linie für unsere Nachtwanderungen. Zwei Maßgaben wollten wir umsetzen: Erstens besteht unser Forstamt natürlich darauf, kein Feuer zu verwenden, und zweitens suchten wir nach einer wetterfesten Variante. Also haben wir uns kompromissbereit für elektrische Teelichter entschieden. Die sind natürlich nicht so schön wie richtiges Feuer. Dafür sind die Sicherheitsrisiken minimal und wir können beim Einsatz unserer Windlichter den Deckel aufs Glas schrauben. Strom braucht offenkundig keinen Sauerstoff.

Et voilà: Unsere wetterfesten Windlichter.

1. Variante mit Transparentpapier

Du brauchst

  • leere Gläschen mit Deckel,
  • Transparentpapier,
  • Holzleim,
  • bei Lust und Laune Klebefolie
  • Klarlack

sowie Pinsel, Lineal, Schere, Skalpell oder Schneidebrett.

Transparentpapier anpassenNimm dir ein Gläschen und stelle seine Höhe und seinen Umfang fest. Freunde der theoretischen Geometrie verwenden dazu ein Werkzeug namens Lineal. Freunde der praktischen Geometrie halten das Papier ans Glas. Die große Herausforderung besteht darin, dass das Transparentpapier anschließend das Glas weitgehend bedeckt. Solltest du diese Herausforderung meistern…

Transparentpapier zuschneiden… schneidest du das Transparentpapier passend zu. Wir verwenden dazu ein Schneidebrett. Wenn du dich nicht vermessen hast, sollten vier gerade Seiten im jeweils rechten Winkel herauskommen. Man könnte mit Fug und Recht von einer Art Rechteck sprechen.

EinkleisternJetzt kommt das Schönste an dieser Art, Windlichter zu bauen: Das Gematsche geht los. Schlabber dein Glas großzügig mit Holzleim ein und klebe das Transparentpapier auf.

Transparentpapier aufklebenDas Transparentpapier sollte sich an den Enden leicht überlappen. Besonders transparentes Transparentpapier kannst du auch gern in zwei oder mehr Schichten aufkleben. Verschiedene Farben gehen natürlich auch.

Holzleim ist manchmal etwas zäh, manchmal etwas teuer. Bei Bedarf kannst du den Holzleim mit Wasser, besser noch Tapetenkleister strecken. Den solltest du nach Packungsbeilage vor Baubeginn ansetzen.

Transparentpapier nachkleisternKlebt das Transparentpapier auf dem Glas, klatschen wir noch eine großzügige Ladung Holzleim mit oder ohne Kleister auf. Holzleim ist normalerweise zwar wasserlöslich, aber reichlich unempfindlich, wenn er ausgehärtet ist.

Kleben mit SchnipsgummiJetzt stellst das Glas an geeigneter Stelle zum Trocknen ab. Wenn du Rundungen überklebt hast, kannst du deine Verklebungen mit Gummiringen in Form bringen.

Wenn dein Windlicht trocken ist, kommt der eigentliche Wetterschutz. Lackiere es mit Klarlack. Der Fachhandel hält dazu eine große Auswahl unterschiedlicher Lacke bereit. Wir haben die großzügige Variante mit Alkydharzlack gewählt, weil wir unsere Windlichter für die Ewigkeit gebaut haben. Einfacherer Acryllack sollte für die meisten Verwendungen ausreichen. Beachte bitte die Hinweise auf der Lackdose! Das Zeug ist immer irgendwie giftig.

Abschließend noch einmal trocken lassen und deine Windlichter sind einsatzbereit.

Mit GlitzerfolieUns ist beim Bauen noch reflektierende Klebefolie in die Hände gefallen. Die haben wir gemustert, zuerst auf das Glas und dann erst das Transparentpapier darüber geklebt. Jetzt haben wir sogar total abgefahrene Light Effects.

Wenn du dich jetzt fragst, wozu wir nicht von Anfang an transparente Klebefolie verwenden, dann zu Recht. Erstens ist die Verarbeitung mit Papier und Holzleim deutlich entspannter. Wenn’s mal etwas schief wird, können wir das feuchte Papier problemlos hin- und herschieben. Klebefolie klebt sofort, Korrekturen sind dann schwieriger. Und wenn Klebefolie nicht sofort klebt, dann klebt sie eben auch nicht ausreichend für ein dauerhaft stabiles Ergebnis. Zweitens wird das holzleimgetränkte Transparentpapier hinterher bombenfest und lässt sich eben noch lackieren. Lass dich aber nicht davon abhalten, anders als wir zu bauen. Vorzugsweise besser.

2. Variante mit Acryllack

Du brauchst

  • leere Gläschen mit Deckel,
  • Acryllack,
  • Wasser,
  • optional Holzleim

sowie etwas zum Rühren, beispielsweise einen Pinsel.

Lack hineinUnser zweites Verfahren, um Windlichter herzustellen, ist noch eine Spur simpler. Fülle einfach etwas Acryllack in ein sauberes Gläschen. Bestimmt kannst du auch andere Farben oder Lacke nehmen, aber Acryllack ist leicht zu verarbeiten und wasserlöslich.

RührenWir vermischen den Lack mit etwas Wasser und Holzleim, bis wir eine Cremigkeit erreicht haben, bei der sich der Lack geschmeidig an die Innenwand des Gläschens anschmiegt. Sollte mal zuviel Wasser hineingeraten, ist das auch kein Problem. Das verdunstet eh, die Trocknung dauert halt etwas länger.

Drehen - drehen - drehenDann drehst du das Gläschen auf die Seite und anschließend einfach so lange um die eigene Achse, bis der Lack entsprechend deiner Vorstellungen verteilt ist.

Fertig zum TrocknenDann stellst du das Gäschen zum Trocknen ab, vorzugsweise mit dem Boden unten. Gehe davon aus, dass du „zuviel“ Lackmischung übrig hast, die sich auf dem Boden des Gläschens sammelt, während die Wände noch recht durchscheinend sind.

Wir haben solche Windlichter einfach irgendwo stehen, wo wir regelmäßig vorbeikommen. Dann drehen wir halt zwischendurch mal eine Runde. So legt sich Schicht für Schicht auf der Wand Lack ab. Notfalls kannst du auch etwas Lackmischung abgießen. Das machen wir einfach so lange, bis uns unser Windlicht gefällt. Die Trocknung dauert mitunter mehrere Tage. Dieses Verfahren eignen sich grundsätzlich auch, um beispielsweise eine Vase herzustellen. Da haben wir auch die Idee gemopst.

Einsatz mit Teelichtern und Feuer

Wir benutzen unsere Windlichter meistens mit elektrischen Teelichtern. Damit sind die Sicherheitsrisiken minimal. Wenn du echtes Feuer benutzt, denk bitte daran, dass die Materialien bei beiden vorgeschlagen Bauweisen brennbar sind. Uns ist bisher kein Windlicht in Flammen aufgegangen. Lasse sie aber nicht unbeaufsichtigt brennen und trockne dein Meerschweinchen nicht in der Mikrowelle.

Wir wünschen dir viel Spaß mit deinen Windlichtern. Sollte etwas nicht funktionieren, nehmen wir Beschwerden gern entgegen. Das Gleiche gilt für deine besseren Ideen.



Werbung

Deine Meinung?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*


Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen