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Bauanleitungen und Anwenderhinweise zur Vogel-Winterfütterung

MessenWenn du dich um deine gefiederten Freunde in deiner Nachbarschaft kümmerst, tust du erst einmal nichts Schlechtes.

Zwar ist sich die Fachwelt nicht zu 100% einig, inwieweit die Vogelfütterung im Winter ökologisch wirklich hilfreich ist. Aber so lange du keinen groben Unfug machst, richtest du zumindest keinen Schaden an.

TöpfeAus unserer Sicht spricht eh etwas ganz anderes vorrangig dafür: Der Spaß an der Sache. Vögel waren und sind immer um uns herum, nur nehmen wir sie als Selbstverständlichkeit häufig kaum wahr. Richte dir einen gut einsehbaren Futterplatz ein und beobachte ihn regelmäßig. Bei uns waren da plötzlich Stimmen und Gesang. Die waren vorher natürlich auch schon da, wir haben sie aber nicht gehört. Das ist jetzt anders, und das steigert Aufmerksamkeit, das steigert unsere Lebensqualität und bereichert unseren Alltag.

Wir möchten dir ein paar Futterhilfen vorstellen, die du dir mit relativ einfachen Mitteln selbst herstellen kannst.

Freundlicherweise hat der Arbeitskreis Vogelschutz beim Leipziger Naturschutzbund unsere Hinweise und Anleitungen fachlich gegengeprüft und ergänzt. Vielen Dank dafür.

Fettfutter im Blumentopf

Dafür brauchen wir

  • einen Keramiktopf mit Loch im Boden,
  • Kokosfett,
  • Futter,
  • ein Rundholz, Stäbchen oder Ast,
  • unter Umständen Nagel und Klebeband,
  • Schnur

sowie Kochtopf, Herd, Kelle, Hammer, Nagel, Säge, Schere und einen Becher.

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Meisenknödel

Wir brauchen

  • Kokosfett,
  • Futter,
  • Schnur und
  • Netz, das wir aus den Verpackungsresten von Kartoffeln und Zwiebeln recyceln,

sowie Herd, Topf und Schüssel.

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Flaschenfutterspender

Wir brauchen

  • eine Plastikflasche,
  • ein Schälchen,
  • Schaschlikspieße,
  • Futter,
  • Schnur

sowie Bohrer, Schere und/oder Cutter.

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Futterhäuschen

Futterhäuschen vorher und nachherWir brauchen

  • Bauholz,
  • Schrauben,
  • Haken,
  • Schnur,
  • Futter,
  • auf Wunsch Dachpappe und Nägel
  • und ein Scharnier oder eine entsprechende Konstruktion

sowie Säge, Bleistift, Lineal, Schere, Schrauber, Bohrer, Bits, Cutter und Hammer.

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Welches Futter?

Futter einfüllenAls guter Öko darfst du selbstverständlich das teure Biofutter wählen. Eine Mischung aus dem Baumarkt oder im Sonderangebot beim Discounter tut’s aber auch. Du machst dir unter den Allergikern in der Nachbarschaft keine Feinde, wenn du Allergene vermeidest. Bekanntestes Beispiel ist Ambrosia, beifußblättriges Traubenkraut, eine aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze, deren Pollen heftige allergische Reaktionen auslösen und die in Vogelfuttermischungen vorkommt.

Die Möglichkeiten, Vögeln im Winter Fressbares anzubieten, sind nach oben natürlich offen. Da darf’s auch mal ein Apfel sein, ein Stück Fleisch oder frisches Trinkwasser.

Oder lass ganz einfach die verblühten Blumen aus dem Sommer stehen. Brot oder Essensreste eignen sich nicht. Auch gefroren sollten die Lebensmittel nicht sein. Wie viel Aufwand du dir machen willst, wirst du selbst am besten wissen.

Welcher Standort?

Mindestens genauso wichtig ist die Standortwahl. Er sollte für die Vögel einerseits gut zugänglich sein. Sie sollten ihre Umgebung und mögliche Fressfeinde im Blick behalten können. Andererseits sind Büsche und Sträucher in der Nähe als Deckung hilfreich.

FutterplatzBringe deine bleibenden Futterhilfen so an, dass Katzen es nicht zu leicht haben, die Vögel zu fangen. Verhindern kannst du das letztlich nicht, das hat die Natur so eingerichtet. Aber du möchtest den Vögen wahrscheinlich keine tödliche Falle stellen.

Hängende, bewegliche Futterhilfen finden übrigens andere Interessenten als fest montierte. Und wenn Futter auf den Boden fällt, freuen sich wieder andere Vögel oder Mäuse.

Die Futterspender aus unseren Anleitungen machen im Einsatz relativ wenig Arbeit. Das typische Vogelhäuschen im Landhausstil muss regelmäßig gereinigt werden, weil die Vögel im Essen essen und eben auch kacken.

Und da du selbst ja auch etwas davon haben sollst, bringe deine Futterhilfen so an, dass du sie gut beobachten kannst. Wenn du besonders viel Spaß am beobachten hast, empfehlen wir dir die Stunde der Wintervögel, eine Aktion des NABU, um die Vogelbestände bei uns abzuschätzen. Dort findest du auch Hilfe beim Bestimmen der Vögel.

Ab wann füttern?

Holzspender im EinsatzNun, wie einleitend gesagt, gibt es in Fachkreisen keine einhellige Meinung über Vorteile und Nachteile der Vogelfütterung. So gibt es auch Argumente, ganzjährig zuzufüttern. Entscheidest du dich für eine reine Winterfütterung, kannst du bereits im September deine Futterhilfen anbringen. Dann haben die Vögel Zeit, sich die Futterplätze einzuprägen und wissen Bescheid, wenn’s ernst wird.

Zuverlässig füttern

Bei Kälte und knappem Nahrungsangebot sind deine Vögel auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass an den bekannten Futterplätzen ausreichend Nahrung vorhanden ist. Für dich heißt das: Wenn du fütterst, musst du gewährleisten , dass morgens nach dem Aufwachen ausreichend Futter vorhanden ist. Sonst fühlt sich die kleine Blaumeise fatal verarscht.

Auch hier hat uns der Arbeitskreis Vogelschutz noch mit einem Hinweis versorgt. So lange das Wetter und die Temperaturen nicht allzu frostig sind, darfst du das Futter durchaus mal knapper werden lassen. Damit wird der natürlich Instinkt zur Futtersuche angeregt und unterstützt. Schließlich sollen die Vögel sich hier nicht wie auf Mallorca fühlen. Als Richtwert kannst du dich am Gefrierpunkt und an geschlossener Schneedecke orientieren. Ab dann solltest du genügend Futter zuverlässig anbieten.

Vogelfreundlicher Garten

Es gibt übrigens noch eine ganz simple Möglichkeit, Vögeln über den Winter zu helfen. Lass einfach die verblühten Pflanzen im Garten stehen. Die kannst du auch im Frühjahr noch runterschneiden. Die Vögel freut’s. Ebenso freuen sie sich über Nisthilfen, Sträucher mit Futter wie Liguster, Schlehe, Eberesche oder einen Komposthaufen und verrottendes Laub.

Vogelfütterung mit Tiefgang

Wir hoffen, dich damit ausreichend mit Informationen versorgt zu haben, um loszulegen. Richtig ist aber auch: Bei Vögeln und deren Fütterung gibt es sehr viele Details, die man beachten kann. Beispielsweise fressen die Leipziger Meisen vorzugsweise dunkle Sonnenblumenkerne. Viele Futtermischungen aus dem Supermarkt enthalten viel Futter, das die meisten Tiere eh verschmähen. Amseln bevorzugen gefettete Haferflocken. Selbst wenn du nur Sonnenblumenkerne fütterst, führt das nicht zu einseitiger Ernährung bei deinen Meisen, weil sie deine Futerhilfe eh nur als Alternative zu Spinnen und Insekten oder alten Samenständen betrachten.

Was wir dir abschließend eindringlich ans Herz legen wollen. Behalte deine Futterstelle im Auge. Wenn wir sagen, dass traditionelle Futterhäuschen im Vergleich zu Spendern und Silos pflegeaufwändig sind, hat das andererseits eben den Vorteil, dass du näher dran bleiben und dich regelmäßig kümmern musst. Das Thema ist also unerschöpflich, wir wünschen dir viel Spaß beim Weiterlernen.



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