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Rezepte und Anwenderhinweise – Eier mit Naturmaterial färben

Machen wir uns nichts vor: Farben für Ostereier aus Naturmaterialien selbst herzustellen, klingt vielleicht voll öko, ist es aber ganz und gar nicht.

EierstraußBestimmt ist es richtig, die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe zu haben. Vielleicht können wir uns einreden, damit ein bisschen näher dran zu sein an der Natur. Und in pädagogischen Zusammenhängen fördern wir mit etwas gutem Glauben ganz sicher das Umweltbewusstsein der Kinder.

Alles Blablabla – Richtig ist vor allem: Selbst Farben herzustellen, verbraucht in erster Linie viel Energie und in zweiter Linie werden Lebensmittel zweckentfremdet. Damit ist es alles andere als umweltfreundlich.

Einmal im Jahr gönnen wir uns trotzdem diese Freude. Kleiner Tipp: Eierfärben lohnt sich besonders im Zusammenhang mit dem Osterfest!

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rotkraut schneidenFür die Farbherstellung brauchst du

Pflanzenmaterial,
Wasser,
Schraubgläser,
eventuell Essig und Alaun sowie

Herd, Kochtopf, Rührlöffel, Kelle, Messbecher und Sieb.

Mit den üblichen Bordmitteln einer mitteleuropäischen Küche kannst du aus Pflanzen Farbe gewinnen. Mit den folgenden Zutaten haben wir’s selbst ausprobiert und sie für geeignet befunden.

Kurkuma brodeltKurkuma

Für die besten Farbergebnisse und die leichteste Verarbeitung empfehlen wir Kurkuma. Damit wird üblicherweise die Currymischung gelb gefärbt. Das Zeug bekommst du im Gewürzregal in Pulverform. Du schmeißt es zur Farbherstellung nur ins kochende Wasser – Fertig! Es färbt zuverlässig und alles, was mit ihm in Berührung kommt. Dosierung: 10 g oder 1 gestrichener Esslöffel pro 1 Liter Wasser.

Rotkraut

Die zweitbesten Farbergebnisse haben wir mit Rotkraut erzielt. Das Rotkraut schneiden wir kurz und klein und hauen mindestens 250 g in 1 Liter Wasser. Meistens dosieren wir deutlich höher und kochen auch eine größere Menge, aus der wir anschließend mehrere Portionen Rotkrautsud absieben. Denn wenn wir Rotkraut mit weiteren Zutaten kombinieren, entstehen verschiedene und vor allem gut färbende Mischungen.

ApfelrotkrautRotkraut + Kurkuma wird dunkelgrün. Rotkraut + Rooibostee wird ebenfalls dunkelgrün, nur etwas anders dunkelgrün. Rotkraut + Alaun wird blau. Rotkraut + Essig wird ebenfalls blau, nur anders blau. Rotkraut mit mehr Essig wird hellblauer.

Bereite dir also eine großzügige Ration Rotkrautsud vor und probiere sie mit anderen Farben aus. In einem Versuch wurde Rotkraut mit Pottasche mal hellgrün. Diese Farbe hatte uns nicht gefallen, also haben wir sie seitdem nicht mehr hergestellt.

Das ausgekochte Rotkraut können wir selbstverständlich noch als Nahrungsmittel verwenden. Wir kochen es normalerweise ein verschenken es unter dem Namen Strafrotkraut.

Zwiebelschalen

Zwiebelschalen sind der Klassiker aus Omas Ostervorspiel. Sie sind echter Abfall und werden traditionell zum Eierfärben verwendet. Wir nehmen eigentlich nur rote Zwiebelschalen. Braune Zwiebelschalen färben braun und das ist… sagen wir mal: Braune Eier kann ich auch kaufen.

Rote Zwiebelschalen färben rotbraun. In Kombination mit Alaun wird die Farbe grün. Die Zwiebelschalen sammeln wir in den Wochen vor Ostern in trockener Umgebung, sonst verfaulen sie unter Umständen. Mindestens 250 g auf 1 Liter Wasser.

Spinat

Brodelnder SpinatAus dem dunkelgrünen Spinat konnten wir durch Zusatz von Alaun einen Sud gewinnen, der mild gelb färbt. Wir kochen mindestens 1000 g pro 1 Liter Wasser, damit wir überhaupt einen brauchbaren Färbeeffekt erhalten. Wir nehmen üblicherweise tiefgekühlten und gehackten Spinat ohne Blubb. Blattspinat gibt geschnitten besser Farbe ab. Der Spinat kann anschließend natürlich gegessen werden.

Rooibostee

Mindestens 20 g Rooibostee auf 1 Liter Wasser. Fertig – einfach – dunkelbraun! Rooibostee eignet sich wegen der schnellen und billigen Herstellung gut zum Mischen und Experimentieren.

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Holunderbeerensaft- oder sirup

Damit keine Missverständnisse auftreten: Aus fertigem Holunderbeerensaft oder -sirup musst du natürlich keinen Sud auskochen. Schmeiße deine Eier einfach hinein. Die Farbergebnisse liegen mit Essig bei violett und mit Alaun bei blau-grau. In unseren Versuchen haben die Eierschalen die Farbe nicht wirklich aufgesaugt, sondern die Farbe lag eher auf der Schale auf und bröckelte bei Berührung ab.

Rote Bete

Fertige EierRote Bete entpuppte sich bei unseren Versuchen als Mogelpackung. Sie färbte alles mögliche: Klamotten, Hände, Pürierstab. Nur die Eier färbte sie kaum. Ganz ähnlich wie beim Holunderbeerensaft nahmen die Schalen die Farbe nicht auf, sondern die Rote Bete-Farbe klebte auf der Oberfläche und ließ sich mit den Fingern abstreifen. Wir kochen wenigstens 500 g geschälte Rote Bete in 1 Liter Wasser aus.

Mit Essig wird die Farbe braun-violett, mit Alaun wird sie rosa. Färben mit Roter Bete macht aus unserer Sicht vor allem dann Sinn, wenn genügend Färbezeit vorhanden ist und die Eier auch mal über Nacht im Sud verweilen können. Und wenn die Rote Bete hinterher gegessen wird.

Möhre

Auch Möhren sind ein Versuch wert. Allerdings halten die es ähnlich wie die Rote Bete und färben vieles gut, außer Eiern. Wenn du also gern Möhren isst, dann koche dir doch 500 g Möhren in 1 Liter Wasser. Iss die Möhren und verwende den Sud zum Färben. Erwarte halt keine explosive Farbintensität bei Möhren.

Weitere Farbträger

In den Weiten des Internets und im Dunstkreis aktiver Hexenzirkel wirst du auf weitere Rezepte und Zutaten stoßen. Wie gesagt: Uns ist es wichtig, hier nur mit empirischem Halbwissen zu glänzen. Wir haben das alles selbst ausprobiert und verzichten auf das herzlose Kopieren anderer Internetquellen. Zum Füttern einschlägiger Suchmaschinen empfehlen wir dir folgende Begriffe (Auszug): Birkenrinde, Cochenille, Kaffee, Brennessel, Färberkrapp.

AbsiebenZur groben Orientierung: Um die Farbe herzustellen, koche in einem Liter Wasser 30 bis 60 Minuten mindestens

250 g Pflanzenmaterial, bei uns: Spinat, Möhre, Rotkraut, rote Bete, rote Zwiebelschalen
10 g Pulver, bei uns: Kurkuma
20 g Tee, bei uns: Rooibostee.

Anschließend gießt du den Sud einfach durch ein Sieb ab. Fertig ist die Farbe.

Wir füllen die Farben gern in leere 450ml-Honiggläser ab. Da passt ein einzelnes Ei gut hinein.

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Das eigentliche Fhttp://www.erleb-bar.de/anleitungen/rezepte-und-anwenderhinweise-ostereier-mit-naturmaterial-faerbenärben unter Einsatz deines Denkvermögens

Herumliegende EierFürs eigentliche Färben brauchst du

gekochte oder ausgeblasene Eier,
Essig,
die Farbbäder,
Küchenrolle,
eventuell Öl oder Speck sowie

Löffel.

Zum Färben eignen sich weiße Eier besser als braune. Das ist nicht so überraschend. Rechne sicherheitshalber mit Schwierigkeiten bei der Besorgung weißer Eier und plane etwas Zeit dafür ein. Die Marketingstrategen auf der Eierfarm haben nämlich bemerkt, dass braune Eier irgendwie öko aussehen und sich deshalb gut verkaufen lassen. Uns ist es schlicht schon passiert, dass wir vhttp://www.erleb-bar.de/anleitungen/rezepte-und-anwenderhinweise-ostereier-mit-naturmaterial-faerbenor Ostern weiße Eier nur nach einigem Suchen auftreiben konnten.

Ei abputzenVorm eigentlichen Färben wandern unsere Eier 15 bis 30 Minuten ins Essigbad. Einfach einen Schuss Essigessenz in 1 Liter Wasser geben oder billigen Essig 1:1 mit Wasser mischen. Das Bad macht die Eierschalen empfänglicher für die Farben. Nach dem Bad die Eier abtrocknen.

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Anschließend kommen die Eier ins gewünschte Farbbad. Hart gekochte Eier gehen darin normalerweise unter, ausgeblasene Eier neigen zum Schwimmen. Schwimmende Eier drücken wir mit verkeilten Teelöffeln herunter. Die Eier müssen nicht exakt 10 Minuten oder 30 Minuten oder 4 Wochen im Farbbad liegen. Man höre und staune: Je länger die Eier im Farbbad sind, desto mehr Farbe nehmen sie an. Entnehme das Ei also, wenn es die gewünschte Farbe angenommen hat. Fertig gefärbten Eiern kannst du mit Speck oder Öl noch einen Glanzeffekt verpassen.

Ei verkeilenBeim Farbergebnis fängt der eigentliche Spaß an. Ab hier bitte denken! Verschiedene Stellschrauben warten nur darauf, von dir konstruktiv bespielt zu werden.

Also schalte bitte den Kopf ein: Was passiert, wenn du statt der oben angegebenen Dosierung 2 Kilo klein geschnittenes Rotkraut in 3 Litern Wasser für 45 Minuten kochst? Wird die Farbe dann intensiver oder blasser?

Wir geben dir nur Mindestmengen zur Orientierung an. Und kein Mensch hält dich davon ab, Farben höherer Intensität einzukochen. Die erhältst du durch ein verändertes Mischungsverhältnis von Farbträger und Wasser oder indem du einen fertigen Farbsud kochen lässt, das Wasser verdampft und der Sud intensiver wird. Der Chefkoch spricht dann vom Reduzieren.

Eier checkenAußerdem gibt es da noch unsere bevorzugten Hilfsmittel beim Eierfärben: Essig und Alaun. Beide helfen der Eierschale beim Aufnehmen der Farbstoffe.

Essig dosieren wir mit etwa 20-30 ml oder 2-3 Esslöffeln auf 450 ml oder einem Honigglas voll Farbe. Alaun dosieren wir mit etwa 1 g pro 450 ml Farbe.

Und dann kannst du natürlich mit der Temperatur des Farbsuds spielen: Im warmen oder heißen Sud nehmen die Eier die Farben besser an.

Worauf läuft das alles hinaus? Du hast hier einen wundervollen Spielplatz mit vielen Möglichkeiten. Du kannst deine Farben nach Lust und Laune mischen, in der Intensität verändern, die Eier unterschiedlich lang im Essigbad und in der Farbe unterschiedlicher Temperatur liegen lassen.

Fertiges EiDu kannst für ein absolut unvergessliches Färbeerlebnis auch ein Glas mit Rotkrautfarbe auf deinen Flokati fallen lassen.

Egal, was du beim Eierfärben tust und lässt und denkst oder eigentlich vorhattest, irgendwann wird dir ein Ei begegnen, dass trotz aller Liebesmüh keine Farbe annimmt.

Wir wünschen dir viel Spaß Eierfärben. Sollte etwas nicht funktionieren, nehmen wir Beschwerden gern entgegen. Das Gleiche gilt für deine besseren Ideen. Bei unseren Recherchen fanden viel Hilfreiches bei Farben und Leben. Die Farbreste verwenden wir möglichst zur Herstellung eigener Knete. Ein Detail verraten wir noch: Für Notfälle halten wir auch gekaufte Eierfarbe unterm Basteltisch versteckt.

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Ei im PinzettengriffSicherheitshinweise: Alaun und Johanniskraut

Johanniskraut taugt auch zum Eierfärben. Allerdings ist das Zeug medizinisch wirksam. Eine bekannte Lebensmittelchemikerin riet uns tatsächlich davon ab, damit zum Verzehr bestimmte Eier zu färben. Sie könne nicht recht einschätzen, wie undurchlässig so eine Eierschale im Einzelfall sei.

Ähnlich schätzen wir die Lage beim Alaun ein, mit dem wir uns bereits bei der Herstellung eigener Knete beschäftigt haben.

Bei Sicherheitsfragen gilt grundsätzlich: Inwieweit deine Mutter die Vorsicht der Porzellankiste ist, musst du natürlich selbst entscheiden. Wir färben nur ausgeblasene Eier mit zugesetztem Alaun und gar nicht mit Johanniskraut, weil das Farbergebnis mit Johanniskraut uns nicht überzeugt hat.

Eier, die seltsam schmecken, einfach nicht essen.



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