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Selber-Machen ist kein Geheimnis: Grundrezept für Fladenbrot

Im wohl sortierten, nicht zu kleinen Supermarkt bekommst du in der Multikulti-Abteilung fertiges Fladenbrot. Schön fluffig, luftig-leicht und massentauglich, damit es auch genügend Käufer findet. Sonst lohnt es sich im Sortiment schließlich nicht.

Fladenbrot mit Salat und FalafelWenn dir der Sinn nicht nach langweiligem Massenfraß steht, machst du dein Fladenbrot einfach selbst. Der Aufwand und die benötigte Kochkunst sind überschaubar. Etwas Zeit solltest du für das Aufgehen des Hefeteigs einplanen. Und du darfst dir gern ein oder zwei Gedanken über die Hauptzutat Mehl machen.

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Zutaten für FladenbrotFür 1 Fladenbrot brauchen wir

300 g Mehl,
entsprechend Backhefe,
20 ml Öl,
5 g Zucker,
Salz,
150 ml Wasser,
Sesamkörner,
Schwarzkümmel sowie

Waage, Schüssel, Löffel, Rührgerät mit Knethaken, Geschirrtuch, Gabel, Backblech und Ofen.

Die Hauptzutat beim Fladenbrot ist Mehl. Und weil wir auch ansonsten so viel Mehl futtern, darfst du als verantwortungsbewusster Erdenbürger dir durchaus Gedanken darüber machen, welches Mehl du in welchem Ausmaß in dich hineinstopfen willst.

Du findest Zeitgenossen, die dich eindringlich vor dem Verzehr von Weizenmehl warnen werden. Ach, manche warnen dich sogar davor, Weizenmehl nur anzuschauen. So unfassbar schädlich ist es, eine Entität des Bösen.

Über unseren Weizenkonsum nachzudenken, schadet allerdings wirklich nicht: Wenn wir schon so bescheuert sind, unser Fladenbrot selbst herzustellen, dann können wir daraus auch ein hochwertigeres Lebensmittel machen, indem wir das Standardweizenmehl 405 beispielsweise durch Weizenvollkornmehl oder Dinkelmehl ersetzen. Oder Einkorn oder Emmer oder Kamut.

Uns macht das jedenfalls Freude – geschmackliche Abwechslung und ein bewussterer Umgang mit Lebensmittel, ohne mit der Moralkeule oder dem Gesundheitsknüppel herumzufuchteln.

Los geht’s: Um Fladenbrot herzustellen, machst du einen 08/15-Hefeteig wie aus dem Lehrbuch. Also nichts Besonderes.

Hefevorteig fuer FladenbrotSchütte das Mehl in eine Schüssel, mache mit den Fingern eine Kuhle hinein. In diese Kuhle kommt zuerst die Hefe, darauf ein Teelöffel Zucker, dann etwas lauwarmes Wasser. Mit einem Löffelchen rührst du etwas Mehl in die Hefe-Zucker-Wasser-Mischung, bis sie obenauf mit Mehl abgedeckt ist. Ein sauberes Geschirrtuch drüber und 15 Minuten an einem etwa 25 °C warmen Örtchen abstellen.

Zeit genug für ein paar unqualifizierte, oberflächliche Einordnungen: Wir nehmen haltbare Trockenbackhefe. Wichtigere Experten bestehen selbstredend auf der besseren Frischhefe. Für wie viel Mehl die Hefe ausreicht, steht auf der Packung.

Den Zucker kannst du auch weglassen. Der geilt die Hefe nur noch weiter auf und ist ein zusätzlicher Starter in der Startkultur.

In der Kuhle haben wir eine mikrobiologische Sonderzone eingerichtet. Hier sollen sich die gewünschten Hefebakterien in den 15 Minuten unter geeigneten Bedingungen rasant vermehren, so dass sie später den ganzen Teig okkupieren. Sozusagen eine Starterkultur oder fachmännisch Vorteig oder gesteuerter Darwinismus.

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Nach etwa 15 Minuten fügst du Salz nach Belieben, das restliche Wasser und das Öl hinzu und malträtierst du den Teig mit eingespannten Knethaken im Rührgerät. Knete den Teig hemmungslos durch, gern 10 Minuten lang. Die Konsistenz darf so sein, dass sich der Teig vom Schüsselrand löst und kugelig bleibt, aber gern noch recht feucht.

Gehender HefeteigGeschirrtuch wieder drüber, an einen warmen Ort stellen und diesmal den Hefen wenigstens 30 Minuten Zeit für ihren Feldzug geben. Anschließend den Teig noch einmal durchkneten. Wir nehmen diesmal die Hände und formen jetzt aus dem Teig einen Fladen. Den legen wir aufs mit Backpapier ausgelegte Backblech.

In diesen Fladen stoßen wir mit den Fingern oder stechen wir mit der Gabel Löcher in de Teig. Ein Jugendfreund und Rezeptblogger erklärte, dass damit übertriebenes Gehen des Hefeteigs vermieden werden soll.

Außerdem bekommt man so das traditionelle Rautenmuster ins Fladenbrot. Dieses Rautenmuster stammt aus der Stadt Uruk im Zweistromland im ausgehenden 8. Jahrhundert vor Christus. Das ist zwar gelogen, aber wichtig, um einen langweiligen Hefeteig zu einem orientalischen Lebensmittel hochzusterilisieren. Mindestens genauso wichtig ist es, das Fladenbrot mit Sesam und Schwarzkümmel zu bekörnern.

Aufgehendes FladenbrotSo lange keine Veganer oder Eierschützer mitessen, verquirlen wir ein Ei oder ein Eigelb mit etwas Wasser, bestreichen das Fladenbrot und streuen das Vogelfutter drüber. Notfalls tut’s auch etwas Öl statt Ei.

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Wir lassen diesen bekörnerten Teiglappen jetzt noch eine Zeit lang herumstehen und schieben ihn in den Ofen, wenn er uns ausreichend aufgeplustert erscheint – Pi mal Daumen 30 Minuten.

Fertiges FladenbrotAbschließend backen wir das Fladenbrot bei etwa 200°C bei Ober- und Unterhitze für 20 Minuten.

Auch das ist natürlich gelogen: In Wirklichkeit backen wir das Fladenbrot, bis es fertig ist.

Ein Schälchen mit Wasser im Ofen schadet nicht. Das steigert die Luftfeuchtigkeit im Ofen, wovon wiederum die Kruste etwas knackiger wird.

Wir wünschen dir viel Spaß mit deinem Fladenbrot. Deine Anregungen, besseren Ideen, Korrekturen und Erfahrungen sind uns sehr willkommen.



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