Ich kenne nur die Regeln – Ansonsten bin ich überflüssig
Meine Anleitung beschränkt sich grundsätzlich auf die Regelerklärung, die ich so kurz wie möglich halte. Meistens erkläre ich Details erst während des Spiels. Diese Regeln erfahren dann ihre individuelle Umsetzung durch jeden einzelnen Teilnehmer.
Da gibt es intuitive und berechnende Spieler, solche, die einfach lostesten, und solche, die ihre Züge theoretisch durchgehen, Nachdenkliche und Schwätzer wie mich. Denn meine bevorzugte Strategie besteht darin, die anderen glauben zu lassen, sie hätten nur mit Glück gewonnen.
Ich habe da einen Freund, mit dem ich von Zeit zu Zeit spiele. Also ich spiele, er rechnet eigentlich nur. Obwohl er langsam mitschneidet, dass gerade der Glücksfaktor und die Unberechenbarkeit der Mitspieler reizvoll sind. Denn sie zwingen uns zum Entscheiden bei ungewisser Zukunft. Das bringt unser Gehirn erst richtig in Wallung und ist, ganz nebenbei, sehr wirklichkeitsnah.
Wir müssen plötzlich unsere Vorhaben ändern. Eine gute Strategie zeichnet sich nicht durch ihre Richtigkeit aus, sondern dadurch, dass sie erstens anders ist und wir zweitens mit ihr flexibel reagieren können. Und über die andere Strategie verfügen meistens Kinder. Deshalb bin ich nur der derjenige, der praktischerweise die Regeln kennt, aber nicht die richtige Strategie.
Ansonsten bin ich überflüssig
Das ist natürlich alles kein Hexenwerk, was ich hier treibe. Die meisten Anleitungen zu den Spielen in unserer Auswahl findest du auf unserer Internetpräsenz, die Spiele selbst kannst du dir gegen 25 € Jahresgebühr (Stand 28. Februar 2009) in der Ludothek ausleihen. Oder du kaufst dir die Spiele selbst. Dann kann es losgehen.
Es würde mich natürlich freuen, wenn du mich trotzdem buchst. Denn was ich sagen will: Das ist mein Ziel, dass vor allem Kinder- oder Schülergruppen selbst spielen, ohne dass ich die Teilnehmer mit Gelaber nerve. Haben wir auch regelmäßig so: 5- und 6-jährige Kindergartenkinder, die 45 Minuten allein und ohne Unterstützung Zicke Zacke Hühnerkacke spielen. Oder 25 Grundschüler auf einmal und ich hätte gehen können, weil die Schüler und Betreuer alles selbst geregelt haben. Das nenne ich erfolgreich arbeiten.
Was ich vorher mache, ist folgendes: Erst einmal miteinander reden, um Wünsche und Rahmenbedingungen zu klären. Dann stelle ich eine Spieleauswahl zusammen, so dass für unterschiedliche Typen etwas Anregendes dabei ist. Dabei setze ich darauf, Teilnehmer abzuholen und mitzunehmen, aber nicht auf Animation. In unserer Auswahl findest du keine blinkenden und quakenden Hingucker.
Vor Ort stehe ich für Anleitungen und Erklärungen zur Verfügung, die Spiele stehen bereit, vielleicht packe ich ein Knobelspiel aus. Der Rest ist abwarten, bis sich die Teilnehmer Spiele schnappen und nachfragen. Das dauert meistens um die 13 Sekunden.

Beim Flohmarkt am Waldkindergarten einfach losgespielt. Wer die Regeln nicht kennt, muss nur zuschauen. Concerto Grosso erklärt sich von selbst.
Dann ist es an der Zeit, einfach loszuspielen. Regelerklärungen beschränke ich möglichst auf höchstens 2 Minuten, Kleinigkeiten kommen im Spielverlauf dran. Bei komplizierteren Spielen empfehle ich, im Vorfeld die Anleitung zu lesen.
Alles weitere hängt von der Situation ab: Wie ticken die Teilnehmer, wie eingängig sind Ihnen die Spiele? Erwartet jemand Vorschläge, guckt jemand verständnislos? Räumen alle artig die benutzten Spiele wieder ein oder langweilt sich jemand und braucht etwas Anspruchsvolleres? Wer kennt die Spiele schon und will sie den anderen erklären? Vergessen die Kinder auch nicht das Mittagessen?
Eines noch, worauf wir an der erleb-bar großen Wert legen: Nachbereitung. Uns ist es sehr wichtig, Rückmeldungen von dir, deinen Teilnehmern und Gästen zu erhalten, wie das Spielangebot ankommt. Vor allem interessieren uns die Dinge, die nicht so gut gelaufen sind. Die würden wir mit deiner Zustimmung beim nächsten Mal gern besser machen dürfen.
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