Im Geisterwäldchen

Riesenzwerg und GeistZwei bis sechs abenteuerlustige Kinder sind gerade dem Geist auf der Treppe durch einen Geheimgang entkommen. Jetzt liegt vor ihnen ein dunkler Wald, durch den sie so schnell wie möglich nach Hause wollen. Allerdings stören sie zwei neue Gespenster auf dem Heimweg. Zum Glück hilft der magnetische Riesenzwerg den Kindern durch den Wald.

Nicht nur das Auge spielt bei diesem teils kooperativen, teils fiesen Taktikspiel mit. Als Erster finden wir den Weg aus dem Wald nur, wenn wir mit den anderen zusammen arbeiten. Bis zu einem gewissen Punkt. Dann lösen sich kurze Freundschaften in blankem Egoismus auf, wenn wir ein anderes Kind den Geistern ausliefern, um allein über die Brücke aus dem Wald zu flüchten.

Ratlosigkeit im Geisterwäldchen auf dem Leipziger FamilienSpieleFestIm Geisterwäldchen darf jeder Spieler jede Figur ziehen, also auch die Figuren der Mitspieler. Der magnetische Riesenzwerg darf nicht überholt werden und wer an ihm hängt, wird mitgezogen. So weit alles ganz friedlich, bis die beiden Geister ins Spiel gewürfelt werden. Dann nämlich werden eine oder zwei Figuren von Geistern gefangen und dürfen nicht mehr ziehen, bis sie selbst befreit werden und die Geister sich das nächste Opfer suchen.

Im Grunde ist die Taktik also ganz einfach: Wenn ich gewinnen will, darf vor mir keiner durchs Ziel kommen. Eigentlich müssen wir immer nur die Führenden behindern und aufhalten. Allerdings laufen die Spielrunden natürich ganz anders, als es diese Taktik sinnvoll erscheinen lässt. Durch die vorzügliche Ausgewogenheit wird fast jedes Spiel am Ende knapp und spannend.

Geisterwäldchen im Leipziger Kindergarten MusikusZwei Haken hat das Spiel: Die Regeln sind nicht schwierig, aber etwas detailliert. So fallen die Kinder vom Riesenzwerg ins Wasser, wenn er über den Baumstamm läuft. Und auf dem Lichterfeld verfallen überzählige Würfelaugen und die Gespenster werden einmalig aus dem Spiel genommen. Außerdem haben wir ja noch die Chips, mit denen wir einmal einen Geist verscheuchen können…

Zweitens birgt das Spiel eine gewisse Mobbing-Gefahr. Die Geister werden schließlich ausdrücklich auf eine gegnerische Figur gesetzt. Da kommt es schon vor, dass einzelne Mitspieler geschlossen runtergeputzt werden. Besonders wenn das Opfer über 30 Jahre alt ist.

Nichtsdestotrotz neben Giro Galoppo mein Favorit, wenn es um den Einstieg in taktische Spiele geht. Durch die Ausgewogenheit und wenn alle Mitspieler die richtige Taktik spielen, besonders zum gemeinsamen Spielen für Kinder und Erwachsene geeignet.

Lies hier die Spielanleitung bei Schmidt Spiele.

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