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Aus der Gartenküche – Brombeeren zu Saft, Gelee und Likör verarbeiten

Brombeereis – Saft abzapfen2020 war es allerhöchste Eisenbahn, meine Hinweise zum Ernten und Verarbeiten von Brombeeren zu aktualisieren. Diesmal geht es darum, in einer sommerlichen Werkstatt Obstverarbeitung schwerpunktmäßig Brombeeren zu entsaften. Ein Teil dieses Safts machen wir haltbar, der andere Teil wird zu Gelee. Die Reste vom Entsaften upcyclen wir zu Likör.
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Brombeeren ernten – PflückenDie Brombeeren habe ich in den Wochen zuvor etappenweise gepflückt, im Frost gesammelt und am Tag vor der Verarbeitung habe ich sie herausgeholt. Sie mussten eine Nacht abgedeckt mit Geschirrtüchern in der Gartenhütte zum Auftauen verbringen.

Brombeeren sind für mich ein typisches Obst zum Entsaften, also der Trennung von geschmackstragender Flüssigkeit und Masse. Für meinen Geschmack haben die meisten Brombeersorten von Natur aus zu viele Kerne. Das knirscht mir zu sehr zwischen den Zähnen, so dass ich sie eh in fast allen Fällen entsafte. Erschwerend kommt hinzu, dass viele der 2020 gesammelten Beeren nicht zur Verwendung als ganze Früchte taugen. Der Schädlingsbefall ist relativ hoch und das heiße Wetter in den Jahren 2018 bis 2020 hat die Fruchtqualität auch nicht gesteigert.

Brombeeren ernten – Brombeeren in den RumtopfNur die allerersten 2020 geernteten Brombeeren waren als ganze Früchte zu benutzen. Sie kamen in den Rumtopf. Wie ich unter diesen erschwerten Bedingungen ernte, habe ich im 1. Teil meiner Aktualisierung zum Ernten und Verarbeiten von Brombeeren beschrieben. Insgesamt habe ich 2020 fast 20 Kilogramm Brombeeren geerntet. An Ausgangsmaterial zum Entsaften hat es also nicht gemangelt.

Pro Durchgang rechne ich mit etwa 10 Litern oder 6 bis 7 Kilogramm Brombeeren, damit es sich lohnt, die Spindelkorbpresse herauszuholen. Nele und ich hatten uns verabredet, hintereinander weg zuerst die Wildpflaumen und anschließend die Brombeeren zu verarbeiten. Aus den Wildpflaumen haben wir Saft, Konfitüre, Likör und Chutney gemacht. So lohnt es sich, das ganze Werkzeug schmutzig zu machen.

Ernten, Entsteinen und Verarbeiten von Wildpflaumen

Pflaumen lohnen sich. Denn ist der Stein erst einmal entfernt, lassen sich die ganzen Früchte nutzen. Wie Kirschen haben sie also einen sehr hohen Wirkungsgrad, das macht sie attraktiv zur Verarbeitung.

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Entsaften

Brombeeren verarbeiten – Früchte in die Presse kippenDiese Spindelkorbpresse ist zugegebenermaßen eher für knackigeres Obst wie Äpfel oder Birnen konstruiert. Der weiche Pflaumen- und Brombeermatsch verstopft im Laufe des Pressen nach und nach die Löcher im Presskorb.

Brombeeren in der BeerenmühleFür kleinere Mengen benutze ich für Brombeeren weiterhin meine Beerenmühle. Da ist der Wirkungsgrad noch besser. Die Früchte durch ein Sieb zu streichen zum Entsaften, ist natürlich auch ok. Der nette Nebeneffekt vom Tieffrieren und Wieder-Auftauen ist übrigens. dass solche Früchte wesentlich besser und geradezu freiwillig ihren Saft abgeben.

Brombeeren verarbeiten – PressenFürs Entsaften nehme ich mir Zeit. Während die Brombeeren in der Presse waren, haben wir das Wildpflaumenchutney gemacht. Die zu entsaftenden Früchte dürfen echt so lange wie möglich da drin gequetscht werden. Die Brombeeren waren sicher eine Stunde lang in der Presse.

Ich bin immer wieder überrascht, wie viel Volumen Obst beim Pressen verliert und wie weit sich die Kurbel herunterdrehen lässt. Also: Langsam arbeiten und den Druck immer wieder erhöhen. Gewaltan- und Kraftaufwendung sind meiner Erfahrung nach nicht sonderlich hilfreich.

Likör ansetzen

Brombeeren verarbeiten – Trester entnehmenWenn durch weiteres Kurbeln kaum weiterer Saft tropft, entlasten wir die Brombeeren wieder. Wenigstens einen Teil der Pressreste wollen wir weiter verwerten, und zwar zu Likör.

Brombeeren verarbeiten – Likör ansetzenDafür verwende ich ein recht einfaches Grundrezept: Auf 2 Teile Frucht kommen 1 Teil Zucker und 2 Teile Schnaps mit wenigstens 35 % Alkoholgehalt. In diesem Mischungsverhältnis ist mir noch nie ein Likör schlecht geworden.

Brombeeren verarbeiten – Liköransatz schüttelnZuerst füllen wir die Früchte, dann den Zucker – gegebenenfalls Gewürze, heute aber nicht – und zum Schluss den Alkohol ein. Wir verschließen die Flaschen und schütteln sie jeweils kräftig durch, um die Lufteinschlüsse zwischen den Brombeeren herauszuwackeln.

Brombeeren verarbeiten – Liköransatz zuschraubenDanach öffnen wir sie wieder und gießen in jede Flasche Alkohol bis ganz oben hin, um den Rand zu desinfizieren. Dann verschließen wir sie wieder und beschriften sie.

In den kommenden Wochen schüttle ich sie zwischendurch, bis sich der Zucker in der Flasche augenscheinlich aufgelöst hat. Ansonsten heißt es beim Likör: Warten.

Kultivieren, Ernten und Verarbeiten von Brombeeren

Brombeeren gehören zu den wuchsfreudigsten Mitgliedern im Obstgarten. Ich habe inzwischen einige Brombeeren domestiziert, anwendungsfreundlichere Sorten kennengelernt und bergeweise Brombeeren geerntet und verarbeitet. Meinen Lernprozess kannst du gern hier nachvollziehen:

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Saft haltbar machen

Brombeeren verarbeiten – Saft abmessenVom Brombeersaft messe ich mir etwa 3 Liter ab und fülle ihn um in einen großen Topf. Der Topf kommt auf den Herd und ich koche ihn auf. Die Benutzung eines Thermometers, um den Saft auf 82° C zu erhitzen, wäre sicher das elegantere Vorgehen. Durchs kurze Aufkochen bin ich in Sachen Haltbarkeit aber auf der sicheren Seite. Ebenso sicher werden auf diese schlampige Weise Nährstoffe unnötig abgetötet.

Brombeeren verarbeiten – Saft abfüllenDie Abfüllung erfolgt in 3-Liter-Bag-in-Box-Beutel. Diese Beutel haben sich für meine Vorhaben durchgesetzt, vor allem deshalb, weil der Inhalt auch im geöffneten Beutel lange haltbar ist. Sie bestehen laut Herstellerangaben aus Polyethylen, der Ablaufhahn zusätzlich aus Polypropylen und dessen Dichtung aus thermoplastischen Elastomeren.

Brombeeren verarbeiten – Beutel mit Saft verschließenDas sind nach meinem Kenntnisstand alles Kunststoffe, die im Lebensmittelbereich üblich sind und nicht unter erhöhtem Verdacht stehen, dass Schadstoffe ins Essen übergehen. Mein Händler hat mir die Spezifikationen auf Nachfrage ohne Zicken zugänglich gemacht: Beutel und Ablaufhahn.

Gelee kochen

Ein bisschen komplizierter sieht’s beim Übergang von Schadstoffen ins Lebensmittel bei den Deckeln von Twist-off-Gläsern aus. Ich habe mir inzwischen Deckel mit Dichtungen aus thermoplastischen Elastomeren besorgt. Ich koche nur die Gläser aus. Die Deckel sind nur für maximal 95 °C freigegeben, so dass ich sie ins abkühlende, aber nicht mehr kochende Wasser werfe. Dadurch werden die Dichtungen etwas weicher und schließen besser.

Welche Deckel mit welchen Dichtungen ich warum verwende?

Stachelbeeren ernten und verarbeiten – Deckel mit blauer DichtungDie Dichtungen in den Deckel von Twist-off-Gläsern müssen weich sein, damit das Verschließen gut funktioniert. In vielen Deckeln werden oder wurden dafür Weichmacher verwendet. Solche Weichmacher haben die Eigenschaft, Schrittchen für Schrittchen aus ihrer Dichtung aus- und ins Lebensmittel einzutreten. Sie migrieren, wie der Fachmann sagt. Je öliger das Lebensmittel ist, desto intensiver wird dieser Übertritt. Durch das Umdrehen frisch eingekochter Aufstriche kommt das Lebensmittel in direkten Kontakt mit der Dichtung. Diese Migration ins Lebensmittel gilt es im Gegensatz zur Migration und Bewegungsfreiheit von Menschen zu vermeiden.

Nach meinem Kenntnisstand werden eingekochte Gläser über Kopf abgestellt, um durch die Resthitze den Deckel von innen zu pasteurisieren. Das macht auch durchaus Sinn. Wenn ich das vermeiden will, steigen andererseits die Ansprüche an die sonstige Hygiene. Zudem gibt es alternative Materialien, vor allem thermoplastische Elastomere (TPE). Diese sind hitzestabil bis zu einer Temperatur von 95 °C und häufig erkennbar an der blauen Farbe der Dichtung. Aus denen fallen – nach Stand der Forschung 2020 – zumindest keine Weichmacher ins Essen. Sie sind also vorläufig das Material der Wahl, solange bis wir entdecken, welche Nachteile TPE haben.

Ausführlich zu meinen für Fruchtaufstriche verwendeten Deckeln äußere ich mich bei der Verarbeitung von Stachelbeeren.

Ich hole die Deckel erst kurz vor der Abfüllung wieder heraus. Dieses Brombeergelee haben wir mit stinknormalem 3:1-Gelierzucker angerührt und etwa 2 bis 3 Minuten blubbernd aufgekocht. Ich mache eigentlich immer eine kurze Gelierprobe, um die Konsistenz des abkühlenden Aufstrichs zu testen.

Brombeeren verarbeiten – Gelee abfüllenWir arbeiten konzentriert und bemühen uns um Sauberkeit. Passende Marmeladentrichter erleichtern die Arbeit. Die Gläser befüllen wir bis etwa 1 cm unter den Rand. Als Sensibelchen trage ich zum Zuschrauben einen Hitzeschutzhandschuh.

Brombeeren verarbeiten – Gelee etikettierenUm den Deckel und Glasrand von Innen zusätzlich zu pasteurisieren, stellen wir die Gläser knapp 10 Minuten lang über Kopf ab. Auch dazu mehr im Zusammenhang mit den Deckeln bei den Stachelbeeren. Natürlich drehen wir die Gläser dann wieder herum und abschließend etikettieren wir sie: Was drin und wann kam’s herein?

Likör abgießen

Brombeeren verarbeiten – Likör abgießenDie kommenden 6 Monate verbringe ich wartend. Wir hätten den Liköransatz auch schon nach 6 Wochen öffnen können. Schlechter wird er durch längere Standzeit aber nicht. Wir gießen ihn durch Sieb und Trichter direkt in Flaschen ab. Die Brombeeren pressen wir dabei nicht aus. Das wird im besten Fall zu mehlig, im schlechtesten Fall zu eiweißhaltig. Ich füttere mit den Resten großzügig den Kompost und den Bokashi.

Dann danke ich dir für deine Aufmerksamkeit. Ich würde mich freuen, wenn du in dieser Beschreibung der Abläufe in meiner Gartenküche die eine oder andere Anregung für dein eigenes Tun und Lassen findest. Ich leide nicht unter Optimierungswahn, aber ein bisschen Effizienz und Effektivität beim Ernten und Verarbeiten ist auch eine Frage des Spaßes. Über deine Korrekturen, besseren Ideen und eigenen Erfahrungen mit Brombeeren würde ich mich freuen.

Weitere Experimente aus der Gartenküche

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